Kaffeevarietäten im Überblick
Die Genetik des Geschmacks
Kaffeevarietäten sind genetische Unterarten der Kaffeepflanze. Sie bestimmen maßgeblich, wie dein Kaffee schmeckt, noch bevor Klima sowie Boden und Aufbereitung oder Röstung ins Spiel kommen. Eine Geisha aus Panama schmeckt grundlegend anders als ein Bourbon aus Ruanda, selbst wenn beide identisch verarbeitet würden. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Varietäten sowie ihre Herkunft und die genetischen Zusammenhänge.
Kaffeepflanzen gehören zur Gattung Coffea, die über 120 Arten umfasst. Kommerziell relevant sind hauptsächlich zwei Vertreter. Coffea arabica macht etwa 60 bis 70 Prozent der weltweiten Produktion aus und wird für komplexe Aromen sowie lebendige Säure geschätzt. Coffea canephora macht 30 bis 40 Prozent der Produktion aus und ist für kräftigen Geschmack sowie einen höheren Koffeingehalt bekannt.
Innerhalb von Arabica gibt es hunderte Varietäten. Jede Varietät besitzt spezifische Eigenschaften in Bezug auf den Ertrag sowie die Widerstandsfähigkeit und das finale Geschmacksprofil.
Arabica (Coffea arabica)
Arabica entstand vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren in Äthiopien. Die Pflanze wächst bevorzugt in Höhenlagen zwischen 800 und 2200 Metern bei konstanten Temperaturen. Das Geschmacksprofil ist nuanciert mit Aromen von Früchten sowie Blumen und Schokolade. Der Koffeingehalt liegt bei etwa 1,2 bis 1,5 Prozent.
Robusta (Coffea canephora)
Robusta wächst in niedrigeren Lagen bis 800 Meter und ist hitzetoleranter sowie widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Der Geschmack ist kräftig und erdig mit Noten von Nüssen und Getreide. Mit einem Koffeingehalt von 2,2 bis 2,7 Prozent liefert Robusta fast doppelt so viel Energie wie Arabica.
Fast alle heute kultivierten Arabica Varietäten stammen von den Urformen Typica oder Bourbon ab.
Typica Linie
Typica ist eine der ältesten Formen. Sie besitzt große und längliche Bohnen sowie ein klares Geschmacksprofil mit ausgewogener Süße. Wichtige Abkömmlinge sind Maragogype sowie Blue Mountain.
Bourbon Linie
Bourbon entstand auf der Insel Réunion. Die Bohnen sind rundlicher und schmecken oft süßer sowie vollmundiger als Typica. Zu dieser Linie gehören bekannte Sorten wie Caturra sowie Catuai.
Geisha (Gesha)
Diese ursprünglich aus Äthiopien stammende Sorte erreichte in Panama Weltruhm. Sie ist außergewöhnlich komplex und floral mit Noten von Jasmin sowie Bergamotte und tropischen Früchten. Ihre teeähnliche Struktur macht sie zu einer der teuersten Varietäten weltweit.
Maragogype
Diese Mutation wird aufgrund ihrer extrem großen Bohnen auch Elefantenbohne genannt. Der Geschmack ist mild und süßlich mit dezenten Noten von Schokolade sowie Nüssen.
SL-28 und SL-34
Diese in Kenia gezüchteten Sorten sind für eine intensive und beerenartige Säure bekannt. Sie erinnern oft an schwarze Johannisbeere und besitzen komplexe Weinnoten.
Typica
Aromen: Schokolade, Nuss
Säure: Mittel
Fokus: Klar und ausgewogen
Bourbon
Aromen: Rote Früchte, Karamell
Säure: Mittel bis hoch
Fokus: Süß und komplex
Geisha
Aromen: Jasmin, Bergamotte
Säure: Sehr hoch
Fokus: Floral und teeähnlich
Maragogype
Aromen: Schokolade, Nuss
Säure: Niedrig
Fokus: Sehr große Bohnen
Was ist der Unterschied zwischen Varietät und Herkunft?
Die Varietät beschreibt die Genetik der Pflanze, während die Herkunft den Ort des Anbaus definiert. Ein Bourbon aus Brasilien schmeckt aufgrund des Bodens und Klimas anders als ein Bourbon aus Ruanda, obwohl die Genetik völlig identisch ist.
Warum ist Geisha Kaffee so teuer?
Geisha Pflanzen liefern nur geringe Erträge und sind extrem anspruchsvoll im Anbau. Die Kombination aus Seltenheit und dem einzigartigen, floralen Profil sorgt regelmäßig für Rekordpreise bei internationalen Auktionen.